Großkältesteuerungen flexibel dokumentieren mit der WSCAD SUITE

Die Firma Müller Automatisierungstechnik Jülich hat sich in über 20 Jahren ein fundiertes Know–how für die Planung und Dokumentation von Schaltanlagen erworben. Insbesondere im Bereich der Großkältesteuerung vertrauen bekannte deutsche Firmen aus der Nahrungsmittelindustrie auf die Kompetenz der Jülicher Firma. Dabei ist jede Anlage des Unternehmens ein Unikat. Wichtig bei allen Projekten ist eine umfangreiche und transparente Dokumentation der Anlagen. Diese erfolgt seit über 20 Jahren mit Software aus dem Hause WSCAD – zuerst mit der Version 2.3 unter dem Betriebssystem MS–DOS und seit Anfang Mai 2012 mit der neuen WSCAD SUITE.

Das erste WSCAD SUITE Projekt war für einen großen Bio Händler in der Nähe von Kitzingen eine neue Kühlhausreihe zu errichten. Denn die Kühlung von Obst und Gemüse gehört im Im– und Exportgeschäft zu den anspruchsvollsten Bereichen der Lebensmittelkühlung, da die Qualität der empfindlichen Frischwaren über den gesamten Transportweg zuverlässig gehalten werden muss. Aber nicht nur die Kühlung, sondern auch die Ausstattung einer komplett neuen Lagerhalle für den Warenumschlag musste mit berücksichtigt werden.

Die Herausforderung

Die Herausforderung bestand darin, die Anlage mit einem einzigen Steuerschalter A–0–H in der Schaltschranktüre als Bedienelement zu betreiben. Der Leistungsbedarf der Anlage lag bei 350KW, was eine Absicherung der Zuleitung von 800A erfordert. Das Sammelschienensystem wurde ebenfalls für 800A ausgelegt. Zur Kontrolle aller Parameter dient ein Panel–PC mit Diagonale 17″. Drei Verdichtern mit je 75KW erzeugen eine Kaltsole. Für den Ausgleich von Lastschwankungen wurde ein Pufferspeicher installiert. Der erste Verdichter wurde saugdruckabhängig über einen FU geregelt, die beiden anderen Verdichter über Softstarter geschaltet, wobei jeder Kühler mit einem Kaltsole– und einem Warmsoleanschluss ausgestattet ist. Das Kühlen und Abtauen der Anlage erfolgt über Kugelhahnventile, welche über eine SPS gesteuert werden. Via Datenlogger und Bustechnologie werden Ansaugfühler, Ausblasfühler und Paketfühler des Kühlers in eine S7 eingelesen und verarbeitet. Überschüssige Wärme wird über einen Verflüssigerlüfter mit ECM–Antrieben abgeleitet. Zur Steuerung der Solepumpen kamen Zwillingspumpen mit eigenen Umrichtern zum Einsatz. Ein intelligentes Lastmanagement erfasst den jeweiligen Energieverbrauch und garantiert eine ökonomische Betriebsweise der Gesamtanlage.

„Um eine Anlage dieser Dimension zu planen und projektieren ist ein CAD System wie WSCAD SUITE unabdingbar“, so Herr Müller. „Jeder Projektbeteiligte wie z.B. Schaltschrankbauer, Programmierer, Installateur, Kälteanlagenbauer, Heizungsbauer und natürlich der Betreiber selbst, fordert auf den Plänen die jeweils fachspezifischen aber auch allgemein gültigen Angaben. Denn eine perfekte Dokumentation ist die Basis für den Erfolg jeder Anlage.“, fügt er hinzu.

Der erste Einsatz der WSCAD SUITE

Die Erstellung der Schaltpläne erfolgte mit dem gewohnten Komfort der WSCAD SUITE. Trotz neuer Oberfläche und neuem „Look&Feel“ konnten die zahlreich existierenden Makros und Bibliotheken problemlos aus der Vorgängerversion WSCAD 5.5 importiert werden, und sorgten somit für einen reibungslosen Einstieg in die Software. Ein wesentliches Plus ist dabei die Projektverwaltung – sie ist in einer Anlage die zentrale Stelle. Die übersichtliche Organisation erlaubt auch die Verwaltung von umfangreichen Projekten mit allen Anlagenteilen. Für derartig komplexe Steuerungen ist ein SPS–Management unverzichtbar. Der SPS–Manager der WSCAD SUITE verwaltet alle SPS–Baugruppen und bietet eine schnelle Übersicht aller Ressourcen. Alle Ein– und Ausgänge werden mit Querverweis und Kommentartext dargestellt und als eigenständige Komponente im Schaltplan verteilt.

So ergibt sich eine optimale und servicefreundliche Struktur im Schaltplan – Änderungen können somit zeitnah umgesetzt und gleichzeitig auf Logik geprüft werden.

Einsatz der neuen Technologie Cabinet

Neu war vor allem der erstmalige Einsatz der Technologie Cabinet der WSCAD SUITE.

Die Aufteilung der Schaltschrankfelder erfolgt in der Reihenfolge der Planerstellung. Durch einfaches laden der Symbole aus der Zentralen Datenbank erfolgte der Schaltschrankaufbau der sechs Schaltschränke. Von links nach rechts d. h. von der Einspeisung bis zur SPS. Im Einspeisefeld werden alle Steuerspannungen erzeugt und auf Potentialklemmleisten geführt. Ebenso wurden die Energiemessung und die Kommunikation von Sicherheitseinrichtungen untergebracht. (Not–Aus, Personenalarm, Sammelstörung, Gaswarngeräte etc.

Im den beiden nächsten Feldern wurden anschließend die Baugruppen der Energiestarken Verbraucher Verdichter 1 über FU und in Feld 3 Verdichter 2 und 3 untergebracht, wodurch sich die die Verlustleistung der Sammelschienen erheblich reduziert. In den Feldern 4 und 5 befinden sich die Baugruppen für die Kühler und im letzten Feld sind die SPS Baugruppen und die Datenlogger eingebaut. Die Räumliche Entzerrung der SPS– und Messbaugruppen vereinfachen die Maßnahmen zur EMV Einstreuung ganz erheblich.

Reports runden die Dokumentation ab

Aber nicht nur Aufbaupläne sind von zentraler Bedeutung, denn der Kunde erwartete verbindliche Kabellisten und Klemmenpläne für die Durchführung der erforderlichen Elektroinstallation, die zumeist von ortsansässigen Firmen ausgeführt wird, da diese auch die allgemeine Gebäudeinstallation übernehmen.

Nach Fertigstellung und Freigabe der Pläne wird die entsprechende Bestellliste (z.B. als Excel–Datei) erzeugt. Das Erstellen einer Materialliste ist denkbar einfach und in der Artikeldatenbank lassen sich Einträge rasch ändern oder hinzufügen. Die Vielfalt der Datenbankfelder ist ein weiterer Pluspunkt der Software.

Fazit

Schaltplanerstellung bedeutet Transparenz in eine Anlage zu bringen. Mit WSCAD SUITE steht der Müller Automatisierungstechnik ein sehr leistungsfähiges und universelles Werkzeug zur Verfügung das allen Anforderungen, von der Schaltschrankplanung bis hin zur Elektroinstallation gerecht wird.


Heinz Müller, Geschäftsführer der Müller Automatisierungstechnik GmbH aus Jülich

Michael Widmann leitet den Vertrieb und das Marketing bei der WSCAD electronic GmbH in Bergkirchen.

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